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Vererbung der Anthrazitwellensittiche

 

Ein Bericht von Anja Schütt



Nachdem 1998 diese Mutation als erstes bei Herrn Hans-Jürgen Lenk auftrat hat sich dieser natürlich auch ans Werk gemacht den Erbgang der Anthrazitwellensittiche zu entschlüsseln. Nun möchte ich hier nicht seine ganzen Homepageartikel wieder geben, denn abschreiben kann jeder und bedarf auch keiner großen Kunst. Wer an den ersten Detaillierten Erbgängen interessiert ist kann dies sehr genau in Wort und Bild auf der HP standardwellensittichzucht-lenk nachlesen.
Um aber die Thematik einzuleiten sei soviel gesagt dass Herr Lenk zuerst von einem rezessiven Erbgang ausging. Sein Freund und Zuchtkollege Herr Gerd Bleicher, welcher sich auch mit der Anthrazitenzucht auseinander setzte zeigte jedoch auf dass es sich um den Faktorigen Erbgang handelt, worauf sich alsbald beide Herren auch einigten.
Der faktorige Erbgang ist unter anderem auch von den Australischen Schecken und Spangles bekannt und ich möchte ihn hier gern noch einmal erläutern. Er ist auch unter dem Begriff Faktorenregel bekannt.

Hierbei bedeutet: 2F=doppelfaktorig=anthrazitfarbenes Federkleid
1F=einfaktorig Anthrazit= leicht rauchig, bis "normal" aussehendes Federkleid in den Grundfarben, je nach Farbgebung und Faktorigkeit der Eltern

1. Normal x Anthrazit 1F = 50% Normal + 50% Anthrazit1F

2. Normal x Anthrazit2F = 100% Anthrazit1F

3. Anthrazit 1F x Anthrazit 1F = 25% Normal + 50% Anthrazit 1F + 25%Anthrazit 2F

4. Anthrazit 1F x Anthrazit 2F = 50% Anthrazit 1F + 50% Anthrazit 2F

5. Anthrazit 2F x Anthrazit 2F = 100% Anthrazit 2F

Grundsätzlich ist die Faktorenregel ein Erbgang, welcher sich züchterisch vielfältig und dennoch gut umsetzen lässt. Jedoch ist die Optik im Gegensatz zu Spangles oder AS eine andere, denn diese sind im Nistkasten sehr früh eindeutig zuzuordnen.
Ziehen wir uns jedoch Verpaarungsbeispiel Nummer 3 heran, haben wir folgende "optische Ergebnisse" im Nistkasten:

25% anthrazitfarbene Küken und 75% (je nach Eltern) normale Gefiederfarben.
Das Problem liegt hierbei darin, dass die Erkennung des optischen Unterschiedes zwischen einem Normalvogel und einem 1F Anthrazit über mehrere Jahre hin sehr viel Erfahrung bedarf bzw ein Unterschied in manchen Fällen gar nicht zu erkennen ist. In Zahlen gesprochen hiesse das in unseren Beispiel 75% in Normale und 1F zu trennen bei gleichem Aussehen.
Um diese Verlegenheit zu umgehen und unseren Käufern 100% 1 faktorige Anthraziten verkaufen zu können haben wir daher beschlossen auf Verpaarungen wie Nummer 1 und 3 gänzlich zu verzichten. Sicherlich heißt dies in einigen Fällen auch ein etwas verzögerter Stammaufbau, jedoch kann so eine Verwechslung von Normal zu 1F Anthrazit von uns zu 100% ausgeschlossen werden und unsere Käufer bekommen das was sie sich ausgesucht haben: Anthrazitwellensittiche!
Treten bei Mischverpaarungen mit anderen Farbschlägen eventuelle Verwechslungsgefahren auf, so verbleiben potentielle Normale/1F bei uns.

 

Wenn wir im Laufe unserer Zucht auf andere oder weitere Ergebnisse gelangen, werden wir diesen Bericht entsprechend ergänzen.

 

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